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September 2011

Forschung auf hohem Niveau

Warmumformung von Aluminium – SAPA in Zusammenarbeit mit AP&T

Die Warmumformung von Stahlblech ist den Meisten sicher ein Begriff. Ist es aber wirklich eine realistische Alternative, dasselbe Verfahren auch für Aluminium einzusetzen? Genau das wollen die Techniker am Forschungs- und Entwicklungszentrum von SAPA im schwedischen Finspång jetzt mit Hilfe von AP&T-Anlagen untersuchen.

„Mit der Warmumformung kann man sehr komplexe Formen herstellen, weil das Material im erwärmten Zustand ganz anders gestreckt werden kann. Das bedeutet u.a., dass mehrere Bearbeitungsschritte entfallen und das Produkt sich rationeller herstellen lässt. Es ergeben sich aber auch neue Produktgeometrien, die bisher mit Aluminium nicht machbar waren“, erklärt Conny Falk, Technischer Bereichsleiter bei SAPA Technology.

Geheimhaltung
Über den genauen Ablauf des Warmumformungsverfahrens mit Aluminium ist noch nichts bekannt, aber angesichts des Potentials, das in diesem Verfahren zu stecken scheint, ist es keine Überraschung, dass die Tests im Forschungs- und Entwicklungszentrum von SAPA unter strenger Geheimhaltung stehen.

„Aus Wettbewerbsgründen kann ich nicht darauf eingehen, was wir tun und wofür wir das Verfahren einzusetzen gedenken. Ich kann nur bestätigen, dass es sich um einen sehr interessanten Prozess handelt“, gibt sich Falk zurückhaltend.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig erstaunlich, dass SAPA, der weltweit größte Hersteller von Aluminiumprofilen und Hauptzulieferer von gewalzten Aluminiumblechen in der Wärmetauscherbranche, AP&T um die benötigten Anlagen gebeten hat. AP&T nimmt schon lange eine führende Stellung bei der Warmumformung von Stahlblech ein und verfügt über Know-how und Erfahrungen, die in diesem Zusammenhang sehr nützlich sind. AP&T hat auch schon länger gute Beziehungen zu SAPA, obwohl es dabei um das Hydroforming ging.

Große Herausforderung
„Dieses unglaublich spannende Projekt kann Ausgangspunkt für neue Herstellungsverfahren und neue Produkte sein. Für uns bei AP&T war es auch eine große Herausforderung mit ausgesprochen ungewöhnlichen Anforderungen“, erklärt Jan Starck, der bei AP&T für diese Zusammenarbeit zuständig ist.

So muss die Umformung z. B. in einer sehr stabilen Sequenz mit hoher Genauigkeit und extrem geringen Toleranzen erfolgen. Aus Test- und Forschungsperspektive ist es auch wichtig, den Umformungsprozess mit verschiedenen Prozessparametern und Umformungszeiten durchzuführen und auszuwerten, ohne dabei den kontrollierten Umformungsablauf aus den Augen zu verlieren.

Standardmodule
Aber auch ein so ungewöhnlicher Auftrag kann größtenteils mit bewährten Standardmodulen erfüllt werden. Bei der Anlage für SAPA kommt eine ODEN-Presse mit 200 Tonnen und einem Pressentisch der Größe 1.300 x 1.000 mm zum Einsatz. Außerdem ist sie mit dem numerischen Steuersystem HNC von AP&T ausgestattet. Dieses System wurde für Hydraulikpressen und Werkzeuge entwickelt, die in Prozessen zum Einsatz kommen, in denen hohe Anforderungen an die Genauigkeit der Umformungssequenz und die exakte Regelung von Hydraulikzylindern, Kraft und Umformungszeit gestellt werden.

Die Anlage wurde Ende April bei SAPA im schwedischen Finspång installiert, ein gutes halbes Jahr nach der Auftragserteilung.
„Die Zusammenarbeit hat ausgezeichnet funktioniert. AP&T hat unsere Anforderungen in jedem Punkt genau erfüllt und sowohl Zeitplan als auch Kostenrahmen eingehalten. Die ersten beiden Tests entsprechen haargenau unseren Erwartungen“, freut sich Falk.

SAPA im Überblick

  • SAPA ist der weltweit größte Hersteller von Aluminiumprofilen mit Produktionsanlagen in mehr als 20 Ländern und einer globalen Vertriebsorganisation.
  • Sapa Heat Transfer ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Produktion von Wärmetauscherblechen aus Aluminium für die Fahrzeugindustrie.
  • SAPA wurde 1963 im schwedischen Vetlanda gegründet und gehört heute zu 100 % dem norwegischen Unternehmen Orkla.
  • Das Forschungs- und Entwicklungszentrum von SAPA liegt im schwedischen Finspång.

A 200-metric ton ODEN press forms the basis. Conny Falk, Technical Area Manager, SAPA Technology, is responsible for the confidential testing of the hot forming technology. AP&T's numerical control system – HNC – has been developed for processes that require a high degree of precision in the forming sequence.