Als die Kapazität in der automatisierten, aus drei Pressen bestehenden Anlage des Unternehmens an ihre Grenzen stieß, krempelte man bei Esskå Metall die Ärmel hoch. Jetzt steht in dem 800 Quadratmeter großen Werksanbau eine neue, vollautomatische 3-Pressenlinie von AP&T mit einer Automationslösung für eine Vielzahl von Anforderungen.
Bei Esskå Metall werden hauptsächlich Blechteile umgeformt. Das Unternehmen erhält seine Aufträge von der Fahrzeugindustrie und deren Zulieferern. So werden u.a. Radkappen, Hitzeschilde und Seitenschürzen sowie verschiedene Halterungen für die schweren Fahrzeuge von Scania hergestellt. Es gehen aber auch Bestellungen von Herstellern aus den Bereichen Belüftungs- und Pumpenanlagen ein. Als Zulieferer der Fahrzeugindustrie weiß das Unternehmen, wie wichtig hohe Flexibilität und Liefersicherheit sind. Nicht selten muss man die Produktion schnell umstellen und gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit der Anlage sicherstellen können.
Mehr Kapazität
Um die Anforderungen der Kunden an höhere Kapazität mit großer Flexibilität auch in Zukunft erfüllen zu können, fing das Unternehmen im Jahr 2005 an, über eine Expansion nachzudenken.
„Die automatisierte Pressenlinie mit drei Hydraulikpressen, die wir im Jahr 2001 von AP&T gekauft hatten, war im Dreischichtbetrieb voll ausgelastet. Wir hatten keinerlei Kapazitätsreserve, es musste eindeutig etwas passieren“, erinnert sich Lennart Morin, Geschäftsführer von Esskå Metall.
Flexibilität unverzichtbar
Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen erhielt AP&T erneut den Auftrag, eine Produktionslösung zu entwickeln, die sich einerseits durch ihre hohe Kapazität, aber andererseits auch durch sehr viel Flexibilität auszeichnet, damit das Unternehmen die Vielzahl unterschiedlicher Artikel vollautomatisch produzieren kann. Genauere Angaben über die Produkte lagen nicht vor.
„Wir haben den Auftrag im Frühjahr 2007 erhalten und Ende 2007 geliefert. Jetzt läuft die Produktion uneingeschränkt“, erzählt Göte Allansson, Kundenbetreuer bei AP&T für Esskå Metall.
Ausgereifte Linie
Die neue Pressenlinie besteht aus drei ZM-Pressen von AP&T mit einer Stößelkraft von 6300 kN sowie Zusatzzylinder- und Ziehkissenfunktion. Ein Platinenlader entnimmt das Blech direkt von Paletten, bevor es vom ersten der vier SpeedFeeder-Roboter in das Pressenwerkzeug eingelegt wird. Die beiden zwischen den Pressen angeordneten SpeedFeeder haben vier Achsen und können die Teile somit auch drehen. Die beiden anderen sind jeweils mit drei Achsen ausgestattet. Eine mobile Einheit zum Upside-Down-Wenden der Teile zwischen den Pressen gehört ebenfalls zum Lieferumfang.
„Diese Art von Produktionslösung ist anspruchsvoller und macht größere Investitionen erforderlich als eine Pressenlinie, die nur für ein bestimmtes Produkt gebaut wird. Dank der großen Flexibilität ist es aber dennoch möglich, die Investitionen schnell wieder hereinzuholen“, meint Allansson.
Minimale Rüstzeiten
Ein weiteres Beispiel für die Steigerung der Flexibilität ist das Werkzeugwechselsystem mit der automatischen Werkzeugspannung, das zur optimalen Minimierung der Rüstzeiten ebenfalls von AP&T geliefert wurde.
„Jetzt können wir die Produktion in einer halben Stunde von einem Teil auf ein anderes umstellen. In der alten Pressenlinie brauchten wir dazu etwa drei Stunden“, freut sich Morin. Das ist erheblich effektiver, weil eine Losgröße normalerweise in einer oder zwei Schichten hergestellt wird. Danach wird umgestellt. Die ganze Pressenlinie wird an drei Bedienpaneelen mit der Bedieneroberfläche LOGOS überwacht, einer Eigenentwicklung von AP&T. AP&T war auch für die gesamte Installation der Pressenlinie verantwortlich, und dazu zählt auch die Schulung der Bediener, damit die Anlage effektiv genutzt werden kann.
Verfügbarkeit dank Servicevertrag
Zur Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit der eigenen Pressen hat Esskå Metall auch einen Servicevertrag mit AP&T unterzeichnet.
„Dank der hohen Verfügbarkeit der Anlage haben wir eine Liefersicherheit von 99 Prozent. Daher arbeiten wir ausschließlich mit einer geplanten, vorbeugenden Wartung. Wenn dennoch etwas passieren sollte, sind die Techniker von AP&T erfahrungsgemäß immer sehr schnell vor Ort“, weiß Morin.
Wichtige Investition
Die Investition von Esskå Metall in die neue Pressenlinie war ein sehr wichtiger Schritt für die Anpassung an die zukünftige Marktsituation und Anforderungen der Kunden. Hinzu kommt noch der Ausbau der Werkshallen zur Sicherstellung des Platzbedarfs für die Produktion. Und obwohl man als Zulieferer im voraus keine Garantien für eine volle Auslastung der Produktionsanlagen bekommt, macht Morin sich keine Sorgen.
„Wir sind stolz auf die gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden und werden auch bei der Gestaltung des Teils häufig schon im Frühstadium einbezogen. Unsere Investitionen nehmen wir vor, ohne genau zu wissen, welche Produkte hergestellt werden sollen, aber dank unserer Kontakte zur Fahrzeugindustrie wissen wir relativ gut über die uns gestellten Anforderungen Bescheid.“
Und dank der Flexibilität der neuen Pressenanlage von AP&T ist Esskå Metall für alle denkbaren Produkte gut gerüstet.